Hallo, Karina Athmann und Nicole Hennig von madeofstil.com

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Karina und Nicole in ihrem Element: auf dem Flohmarkt – heute mal analog. Foto: Madeofstil.com

Karina Athmann und Nicole Hennig sind zwei echte „Spürnäschen mit einem Herz für Vintage, Flohmärkte, Mode, Kultur und Tiere“. Mit ihrem Blog madeofstil.com lassen sie das Modeverrückte Berliner Hauptstadtpublikum an ihren Fundstücken und Kreationen Teilhaben. Ein Gespräch über Goldgruben, Slow Fashion und gefährliche Bequemlichkeit.

Karina, Nicole, auf eurem Blog madeofstil.com zeigt ihr Outfits mit Mode aus zweiter Hand. Warum ist euch das Thema wichtig?

Wir teilen die Leidenschaft für Secondhand-Mode seit unserer Schulzeit. Aber seit es vor drei Jahren das große Unglück in Bangladesch gab, bei dem eine Textilfabrik eingestürzt ist, ist es uns noch wichtiger geworden, nachhaltig einzukaufen. Die Produktionsbedingungen für Massenware sind grausam.

Wie groß ist die Community der Slow Fashion, der nachhaltigen Mode, in Deutschland?

Unter Bloggern ist die Community klar wachsend. Bei vielen Konsumenten ist das Thema aber leider noch nicht wirklich angekommen. Das hat viel mit Bequemlichkeit zu tun. Im Laden hängt die Kleidung einfach da, man erfährt nichts über ihre Herkunft. Ständig gibt es neuen, billigen Nachschub. Da wird meist einfach gekauft.

Was möchtet ihr mit madeofstil.com erreichen?

Wir wollen zeigen, dass Outfits aus Secondhand-Mode genauso gut aussehen können, wie ganz neue Kleidung. Modetrends greifen ja auch immer wieder Altes auf. Viele denken aber leider immer noch, Secondhand-Mode sieht aus wie aus Omas Kleiderschrank oder dass es irgendwie eklig ist, gebrauchte Kleidung zu tragen. Wir beweisen mit unseren Modefotos auf dem Blog, auf Facebook und Instagram das Gegenteil. Bald nehmen wir bei Snapchat unsere Follower auch mit zum Einkaufen. Online erreicht man einfach die meisten Menschen.

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Der Kleidertausch oder Flohmarkt ist online ja auch schon populär.

Kleiderkreisel hat da viel verändert. Besonders junge Leute – Schüler und Studenten –, die sich oft neue Klamotten kaufen, tauschen oder verkaufen dort ihre alten Sachen. Durch die App ist der Verkauf so einfach und schnell geworden – Handyfoto machen, hochladen, fertig. So landen die vielen Klamotten zumindest nicht mehr in der Tonne.

Flohmarkt 2.0…

Der analoge Flohmarkt ist natürlich immer noch etwas anderes. Man macht sich einen geselligen Tag mit der Freundin, schlendert, stöbert, trinkt einen Kaffee. Beim Online-Flohmarkt geht es mehr um den Zweck, das Verkaufen.

Wo geht ihr am liebsten shoppen?

Online bei Ebay und Kleiderkreisel. Analog bei Humana am Alexanderplatz und Frankfurter Tor, oder auf dem Flohmarkt am Leopoldplatz im Wedding – beides in Berlin.